Infoupdate zum Wochenende in Dortmund

+++ Nazi-Demo vorerst verboten, Rechts-Rock Konzert weiterhin erlaubt! Kommt morgen und Samstag alle nach Dortmund! +++ Interview mit S4 bei Lab.tv +++ Die Aktion 65plus will am Samstag die Steinwache vor Nazis und Cops mit Hilfe einer Menschenkette schützen, SUPER AKTION +++ Und noch ein Inteview mit uns S4 bei den Ruhrbaronen +++ WICHTIG: Macht euch mit dem WAP-Ticker etc. vertraut! +++ Unsere Aktionskarten gehen später online +++ Wir warten auf das Urteil des OVG Münster und werden uns dann zu den Planungen am Samstag äussern +++

Haltet euch über die Webseite des s4-Bündnis auf dem laufenden.

Für die gemeinsame Fahrt von Duisburg nach Dortmund am 4.9. empfehlen wir den RE6 Richtung Minden, der um 9.15 Uhr von Gleis 11 des Duisburger Hauptbahnhofs abfährt. Achtet auf eventuelle Naziaktivitäten im Bahnhof!

Auf zu neuen Taten! – Dem Naziaufmarsch am 4. September in Dortmund entgegentreten.

Ein verdrehter Antikriegstag

Für den 4. September 2010 mobilisieren die Dortmunder Neonazis erneut europaweit zum so genannten „Nationalen Antikriegstag”. Die seit 2005 jährlich stattfindende Demonstration ist für die extreme Rechte ein günstiger Anlass, um unter dem Deckmantel des „Pazifismus“ ihren Rassismus, Antisemitismus und Antiamerikanismus zu propagieren. Vom Geschichtsrevisionismus gar nicht zu sprechen: Die Neonazis leugnen bis heute konsequent die historische Tatsache, dass mit dem Angriffskrieg der deutschen Nationalsozialist_innen gegen Polen der Zweite Weltkrieg begann.
Der Gedenktag am 1. September erinnert eigentlich an den Überfall Deutschlands auf Polen. Mit diesem Angriff wurde der 1. September 1939 zum Beginn des deutschen Vernichtungskrieges. Der „Antikriegstag“ ging dann aus einer Gewerkschaftsinitiative 1957 hervor, die gerade mit Blick auf die Wiederbewaffnung Deutschlands unter dem Motto „Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus!“ zu Aktionen aufrief.

Das „Event“ der „Autonomen Nationalisten“

Einige Zeit lang schien es, als würde sich dieser Neonazi-Aufmarsch unter Federführung der Dortmunder „Autonomen Nationalisten” zu einem wichtigen Tag im Kalender der aktionsorientierten extremen Rechten entwickeln, da bei dem Aufbau dieses Ereignisses besonders auf den „Event-Charakter” Wert gelegt wurde. Während zum ersten Aufmarsch 2005 circa 200 Neonazis erschienen, wuchs die Zahl bis 2008 auf 1100 an. Das Gewaltpotential bei Aufmärschen der Dortmunder Neonazis hat in dieser Zeit massiv zugenommen; 2009 etwa überfielen circa 400 Neonazis aus einer Spontandemonstration heraus die 1. Mai- Demonstration des DGB.

Diese Erfolgsgeschichte erfuhr im letzten Jahr einen empfindlichen Einschnitt. Denn 2009 ist es gelungen, den Mythos des „Nationalen Antikriegstags“, den die Dortmunder Neonazis in jahrelanger europaweiter Mobilisierungsarbeit versucht hatten aufzubauen, erfolgreich zu beschädigen. In der Stadt kam Einiges in Bewegung, und letztlich gestaltete es sich für die Polizei durch die zahlreichen Gegenaktivitäten zu schwierig, den Schutz für die Nazidemonstration zu gewährleisten. Der „Nationale Antikriegstag“ blieb somit weit hinter den Erwartungen der Nazis zurück, die mit ansehen mussten, wie ihre „Erfolgsstory” in einer Kundgebung buchstäblich stehen blieb. Doch das letztjährige Debakel hindert die Dortmunder Autonomen Nationalist_innen nicht daran, weiterhin an der Etablierung eines „Nationalen Antikriegstages” festzuhalten. Für dieses Jahr haben die Dortmunder Neonazis an drei Tagen rund um das erste Septemberwochenende (3.,4.,5. September) Aktionen und Veranstaltungen angemeldet und die europaweite Mobilisierung ist in vollem Gange.

Dortmund – ein “Labor”?

Weiterhin gibt es in Dortmund eine aktive und gefährliche Naziszene.
Dortmund ist mittlerweile eine Hochburg der sogenannten „Autonomen Nationalisten” in Deutschland geworden. Durch den permanenten Zuzug von Neonazi-Kadern aus anderen Regionen ist hier so etwas wie ein „Labor” für diejenigen Neonazis entstanden, die versuchen einen neuen aktivistischen und militanten Stil in der Neonaziszene zu etablieren. Die sogenannten „Autonomen Nationalisten” haben sich Kleidungsstil und Aktionsformen der linksradikalen Autonomen angeeignet und dabei völkisch und nationalsozialistisch umgewandelt.

In den vergangenen Monaten ließ die Dortmunder Naziszene ihren Frust über das eigene Versagen in 2009 vor allem an den Nazigegner_innen, derer sie habhaft werden konnten, aus. Besonders hart traf es eine Familie im Stadtteil Dorstfeld, die von dort ansässigen Nazis derartig terrorisiert wurde, dass sie sich schließlich gezwungen sah, aus dem Stadtteil fortzuziehen.

Der Neonazismus und die Stadt

Für einen handfesten Skandal sorgte der ehemalige Chef der Feuerwehr Dortmund, heutiger Leiter eines stadteigenen Institutes für Feuerwehrtechnik und langjähriges Mitglied der SPD: Klaus Schäfer. Nachdem er Ende April als Teilnehmer einer Neonazikundgebung in Erscheinung trat, konnten Antifaschist_innen in Erfahrung bringen, dass Schäfer bereits seit einiger Zeit aktives Mitglied der Dortmunder Naziszene ist und beispielsweise auch an der Kundgebung am 5. September 2009 teilnahm. Auch wenn Schäfer umgehend suspendiert wurde, zeigt sich hier deutlich, dass Neonazismus in Dortmund längst nicht nur ein Jugendphänomen ist.

In der Dortmunder Öffentlichkeit hat sich seit letztem Jahr Einiges bewegt. Den Naziaufmarsch haben viele Akteur_innen gegen Rechts als Aktionsfeld genutzt. Am 5. September fand eine Vielzahl von Veranstaltungen statt, die dazu beitrugen, dass der Handlungsspielraum der Nazis stark eingeschränkt wurde. Zu einem aktiven Vorgehen gegen den Aufmarsch der Nazis konnten sich viele dieser Akteur_innen jedoch nicht durchringen; es wurde auch dann noch an Veranstaltungen festgehalten als längst klar war, dass die Nazis sich weitab von diesen im Hafen treffen würden.
Weiterhin problematisch ist zweifellos die Herangehensweise der offiziellen Stellen. Während Stadt und Polizei mit jahrelanger Verspätung aufgefallen ist, dass Dortmund ein Naziproblem hat, gefallen sich die verantwortlichen Amtsträger_innen in ihrer neuen Rolle als „Kämpfer_innen gegen Rechts”. So glaubt der Sonderbeauftragte der Stadt für „Vielfalt, Toleranz und Demokratie“, Hartmut Anders-Hoepgen inbrünstig: “Dortmund ist eher eine Hochburg des Widerstands gegen Rechts.” Substantielles Engagement gegen Neonazis ist von diesen Leuten jedoch nach wie vor nicht zu erwarten. Eine Menge Geld hat die Stadt Dortmund zuletzt in die Erstellung einer Studie über die Dortmunder Naziszene gesteckt. Das Resultat war mehr als dürftig: Über die Verfasstheit der Neonaziszene liefert die Studie keine Erkenntnisse; die Arbeit von Antifa-Gruppen wird völlig ausgeblendet.

Auf zu neuen Taten!

Gerade die Arbeit linker Antifa-Gruppen hat dazu beigetragen, dass die Dortmunder Naziszene deutlich weniger frei agiert als noch vor zwei Jahren.
Mit regelmäßigen Aktionen wie dem Gedenken an Thomas Schulz und den Protesten am Antikriegstag ist es gelungen, das Naziproblem zum Thema zu machen. Doch auch abseits solcher Events findet eine kontinuierliche Arbeit statt. Zuletzt gründeten Dortmunder Antifa-Gruppen das “Dortmunder Antifa Bündnis”, um diese Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.

Für den September gilt es nicht nur an all dies anzuknüpfen, sondern auch mit gemeinsamer Anstrengung einen weiteren Schritt dahin zu gehen, dass ein Nazi-Event wie der “Nationale Antikriegstag” in Dortmund keine Zukunft hat. Das S4-Bündnis ruft dazu auf, am ersten Septemberwochenende nach Dortmund zu kommen und gegen den Naziaufmarsch auf die Straße zu gehen!

Pro NRW in Duisburg und der NW-Dortmund in Witten

Letzten Samstag (28.08.) hat in Duisburg eine Demonstration der rechtspopulistischen “Bürgerbewegung” Pro-NRW stattgefunden. Wenige Stunden später hielt der NW-Dortmund eine Mobilisierungskundgebung für den “nationalen Antikriegstag”, der diese Woche Samstag in Dortmund stattfinden soll, auf dem Wittener Rathausplatz ab.
Einen Bericht mit Fotos gibt’s auf Indymedia linksunten

Demo von pro NRW in Duisburg geplant

Wie der Webseite NRW-rechtsaußen zu entnehmen ist, kündigt die rechtspopulistische pseudo-Bürgerbewegung pro NRW an, am Samstag den 28. August 2010 eine Demo durch die duisburger Innenstadt durchführen zu wollen. Unter dem Motto „Sauerland geht – Pro NRW kommt: Oberbürgermeister Adolf Sauerland sofort abwählen!“ versuchen die Rechtspopulist_innen so, aus den bei der Loveparade umgekommenen Menschen, Profit für sich zu ziehen.

Weitere Infos und Ankündigungen folgen!

Vermehrt Naziaktivitäten in Duisburg-Stadtmitte!

Seit wenigen Tagen kommt es vermehrt zu Naziaktivitäten in Duisburg-Stadtmitte. So wurden u.a. Aufkleber und Plakate mit neofaschistischen Inhalten verklebt. Außerdem wurde das Anne-Frank-Denkmal beschmiert.

Entfernt Nazipropaganda und meldet alle Naziaktivitäten!

AZ-Köln von Räumung bedroht

Wie aus sicheren Quellen bekannt planen Polizei, Sparkasse und Stadt für morgen früh (Dienstag 29.06.2010) die Räumung des Autonomen Zentrums Köln (Wiersbergstr. 41).

Am Sonntagabend wurde bekannt das sich die Polizei auf die Räumung des Autonomen Zentrums in der Wiersbergstrasse Vorbereitet. Die ehemalige und lange leerstehende Kantine, wurde am 16.04.2010 besetetzt und dient seitdem als Zentrum für autonome Kunst, Kultur und Politik. Aufgrund angeblicher Sicherheitsmängel will die Sparkasse die Inhaberin des Gebäudes ist dieses nun räumen lassen. ‘AZ-Köln von Räumung bedroht’ weiterlesen

Männer*Fußball-WM

Der Internetversand Diraction.org hat eine Aktion zur FußballWM gestartet:
“Schickt uns 30 (in Worten: dreißig) eurer WM-Fahnen und ihr bekommt ein “Deutschland Du Opfer!”-Shirt geschenkt!”
Bestaunen kann mensch das T-Shirt hier.

Mehr Infos zum Thema Fahnen gibt es auf fahnenflucht.blogsport.eu.

Ausserdem hat die AA Greifswald ein schönes, kritisches Zine zur Fußball-WM der Männer* herausgebracht. Download…
Weitere kritische Texte, jedoch aus der Zeit der WM 2006, findet ihr hier: http://www.vorrundenaus.de/

Comic gegen Nationalismus, (Party)Patriotismus und den Extremismusbegriff

Ein schöner Comic im Stil der Andi-Reihe des VS NRW:

Mandi  Comic

[18.06.10] Antifa-Demo in Aachen – Anfahrtsempfehlung westl. Ruhrgebiet

Im Hinblick auf die zunehmende Nazi-Gewalt in Aachen organisieren Antifas aus der Region am 18.06.2010 eine Demonstration unter dem Motto „Kein Raum, keine Strasse, keine Stadt den Nazis!“. Die Demonstration startet um 20 Uhr vor dem Aachener AZ. Im Anschluss an den Treffpunkt Kölner AntifaschistInnen (17.45 Uhr, Köln Hbf) empfiehlt sich für das westl. Ruhrgebiet der Regionalexpress 1 nach Aachen Hbf.

17:08 Essen Hbf

17:14 Mülheim/Ruhr Hbf

17:23 Duisburg Hbf

19:07 Aachen Hbf

Angriff aufs AZ-Aachen

Laut Indymedia wurde das Autonome Zentrum Aachen erneut Ziel eines Neonazi-Angriffes. Am Montag, den 30. Mai 2010 wurden gegen 23 Uhr durch einen Briefschlitz diverse Substanzen, u.a. Pfefferspray, gesprüht. Daraufhin warfen die vermummten Angreifer_innen eine mit unbekannter Flüssigkeit gefüllte Flasche ins Treppenhaus des AZ. Diese führten ebenfalls “Schlagwerkzeug in Form eines Teleskopschlagstockes und einer Art Morgenstern” mit sich. ‘Angriff aufs AZ-Aachen’ weiterlesen


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